Der Hexer - Schwabacher Tagblatt

in 2012

Geheimnisvoller Mord und fränkischer Quittenlikör

SCHWABACH  Das Theatrum-Mundi-Ensemble Schwabach inszenierte den Krimi-Klassiker „Der Hexer“ von Edgar Wallace. Das spannende Katz-und-Maus-Spiel zwischen Verbrechen und Gesetz begeisterte das Publikum. Vom 18. bis 20. Januar wiederholt das Theatrum-Mundi-Ensemble die Vorstellung.

Nach dem Selbstmord eines Hausmädchens bekommt deren ehemaliger Arbeitgeber Maurice Masters, gespielt von Alexander Humpenöder, Besuch von der Polizei. Scotland Yard befürchtet nämlich, der Bruder der Toten wolle sich an ihm rächen. Er ist der Top-Verbrecher „Der Hexer“. Doch der ist Verkleidungskünstler, deshalb ist jeder verdächtig.

Die Inszenierung von Regisseur Karlheinz Odörfer überzeugt. Kleine Elemente aus dem Schwarzlichttheater und dramaturgisch eingesetzte Zeitlupeneinlagen lockern die langen Dialoge auf. Kostüme und Bühnenbild sind detailreich und liebevoll zusammengestellt.

Teils wird die Bühne in den Publikumsraum hinein erweitert und Chief Inspektor Bliss, glaubhaft verkörpert durch David Wechsler, findet auch den ein oder anderen Verdächtigen im Publikum. Der Einsatz von farbigem Licht und dramatischer Musik rundet die moderne Edgar-Wallace-Adaption sauber ab.

Inspektorin Wembury und Dr. Lomond, toll gespielt von Doris Blank und Klaus Putz, tappen im Dunklen. Genauso wie das gespannte Publikum. Trotz den 150 Minuten Spielzeit wird das Stück nie langweilig. Besonders Mayers Ironie, Wechslers derbe Sprüche und Putz’ französischer Akzent machen den Theaterabend zu einem Ereignis. Da darf auch so mancher Verweis auf die Herkunft der Theatertruppe nicht fehlen. Und sei es nur der übermäßige Genuss von altfränkischem Quittenlikör. (Hans Stanka, Schwabacher Tagblatt 22.11.12)