Der Hexer - Mein Mitteilungsblatt

in 2012

Schwabach: Galerie Gaswerk | Wer die Krimis des englischen Erfolgsautors Edgar Wallace liebt, der sollte sich die Bühnenversion vom Theatrum- Mundi-Ensemble nicht entgehen lassen.

Aufgrund des großen Erfolges spielt die Truppe um Karlheinz Odörfer die von Matthias Hahn geschriebene Bühnenfassung noch einmal in der Galerie Gaswerk am Freitag, 18., Samstag, 19. Januar um 20 Uhr und Sonntag, 20.Januar 2013 allerdings bereits um 19 Uhr (!).

Den Besucher erwartet eine gelungene Adaption des Klassikers, die es versteht, den englischen Charme aus dem letzten Jahrhundert mit den Raffinessen der Gegenwart zu verbinden. Karlheinz Odörfer setzt bei dieser Inszenierung geschickt Schwarzlicht-Technik, Zäsuren durch spezielle Lichteffekte und geistreiche Textbezüge zum aktuellen Zeitgeschehen ein, ohne dass dies überfrachtet und nach Klamauk aussehen würde. Das hervorragende Zusammenspiel von Technik, Kostüme, Bühnenbild bildet die Basis für ein Theatervergnügen ohne Abstriche. Genial gelingt es Karlheinz Odörfer und seinen sieben Protagonisten, die Spannung bis zum Ende der zweieinhalbstündigen Aufführung konsequent durchzuhalten und dabei auch noch für Kurzweil zu sorgen.

In der mit viel Liebe zum Detail ausgestatteten Kulisse agieren Doris Blank als sachorientiert und korrekt denkenden Inspektor Wembury sowie dem rüden vorgehenden Chief-Inspektor Bliss, der durch David Wechsler den rechten Biss erhält. Nicht zu durchschauen bleibt der aus Paris herbeigerufenen Polizeiarzt Dr. Lomond. Klaus Plutz verleiht dieser Rolle den Charme alter Schule, voller Galanterie, aber doch auch irgendwie undurchsichtig. Denn die Geschichte um die Aufklärung des Todes von Gwenda Milton, der Schwester des legendären "Hexers", die tot in der Themse gefunden wurde, führt in das Haus von Gwendas früheren Arbeitgeber, dem korrupten Anwalt und Strafverteidiger Maurice Masters .

Man fürchtet, dass sich der verwandlungsfähige "Hexer" an ihm rächen werde. Dieser hat zu Recht aufgrund seiner wenig ruhmreichen Machenschaften durchaus berechtigte Ängste. Alexander Humpenöder verkörpert diese Figur mit einem Mix aus Naivität, Angst und Überheblichkeit. Ob er damit am Ende überlebt, das bleibt hier allerdings offen.

Für die Polizei beginnt nun ein Wettlauf, um den wirklichen Mörder von Gwenda Milton zu finden und gleichzeitig auch Maurice Master zu schützen. Leichter wird die Aufgabe nicht, denn schließlich taucht mit Moritz Kraus zudem noch Johnny Lenley auf. Er ist ein knallharter, abgebrühter Ganove, der hier noch alte Rechnungen offen zu haben scheint. Dass ihm nicht zu trauen ist, erkennt der Zuschauer ziemlich schnell, zumal ihn selbst der Ex-Sträfling und mittlerweile zum gehorsamen „Hausmädchen“ von Maurice Masters verwandelte Samuel Hackitt zu fürchten scheint. Man muss Tobias Mayer hier ein großes Kompliment aussprechen, mit welcher ironisch angehauchten Unterwürfigkeit und Mut er diese Rolle auslebt.

Alles scheint irgendwie klar und doch unklar zugleich, vor allem als Cora Ann Milton, die Ehefrau des „Hexers“ plötzlich in diesem Anwesen auftaucht. Mit verschwiegener Freundlichkeit, ohne sich von allen aufs Glatteis führen zu lassen, überzeugt Claudia Rabus als souveräne Lady. Aus langjähriger Erfahrung weiß nun auch die Polizei mit ihrer Anwesenheit dürfte nun der „Hexer“ nicht mehr weit sein. Aber wer ist der Hexer und was hat er vor? Das bleibt auch für das Publikum bis zum Schluss offen!